• Fossiliensuche in Lindlar. Mit Hammer und Meisel im Steinbruch in Lindlar nach Fossilien suchen.

    Fossiliensuche in Lindlar. Mit Hammer und Meisel im Steinbruch in Lindlar nach Fossilien suchen.

    >>

Auf den Spuren der Steinhauer

Fossiliensuche

Wer sich auf diese Schatzsuche begeben will sollte Hammer und Meisel, Gummistiefel und Rucksack für die Fundstücke nicht vergessen. Lindlar ist seit Jahrhunderten „steinreich“ an Natursteinen, in denen man bis heute Muscheln und Holzversteinerungen findet.

Die Steinbrüche sind noch in Betrieb und man kann erleben und spüren wie es früher einmal zuging.

Fossiliensuche ist für Kinder ab 6 Jahren (in Begleitung), auch Geburtstage sind im Steinbruch möglich.

Informationen

Touristikbüro. Lindlar Touristik, Am Marktplatz 1, 51789 Lindlar, Telefon 02266-96 407,  www.lindlar-touristik.de/fossiliensuche

Führungen.  April – Oktober, ca. 1,5 Stunden, festes Schuhwerk erforderlich, Fossiliensuchen auf eigene Gefahr, keine Haftung/Versicherungsschutz der Gemeinde, 

Steinhauerpfad

Wege durch die Zeiten

Der „Steinhauerpfad“ führt durch das Steinbruchgebiet nördlich von Lindlar und kann gut alleine bestiegen und besichtigt werden. Hier wird der Weg der Steinhauer zu ihren Arbeitsplätzen sowie deren Arbeitswelt veranschaulicht.

Das Gelände ist inzwischen mit vielen Farnen, Sträuchern und Bäumen bewachsen, vereinzelt sind noch Reste der damaligen Arbeitshütten zu sehen und man kann leicht erkennen, unter welch schweren Bedingungen und auf welch engem Raum damals die Steinhauer arbeiten mussten.

Steinhauerpfad. Start am Markplatz, 51789 Lindlar, Hinweistafeln geben kurze Erläuterungen,  Flyer-Steinhauerpfad

Historisches

Seit 1933 wird in Brungerst nördlich von Lindlar Grauwacke für industrielle Zwecke abgebaut. Die Arbeit war sehr ungesund und mühsam, viele starben früh an einer „Staublunge“, weshalb es auch das Dorf mit den meisten Witwen und Waisen genannt wurde.

Um die Familien abzusichern, wurde 1706 eine Steinhauergilde gegründet. In diese zahlte jeder Beschäftigte monatlich ein paar Groschen ein, damit seine Familie bei Krankheit oder Tod ein paar Notgroschen bekam.

Anfangs nutzte man den Frost um die Steinbrocken zu sprengen, so genannte „Steinkühler“ füllten Wasser in Ritzen und klemmten Keile hinein. Im Winter sprengte das gefrorene Wasser den Stein. Später übernahmen Bohrtrupps diese Aufgabe, sie bohrten Locher für das Schießpulver, wobei für ein Loch oft einen ganzen Tag gebohrt wurde.

1857 arbeiteten 45 Steinmetzmeister mit 1000 Arbeitern in den Steinbrüchen. Während der Sommermonate wurde gut verdient, aber im Winter bei Frost und Schnee waren sie arbeitslos und mussten ihre Lebensmittel anschreiben lassen. 

Nach dem Krieg 1945 wurde die Grauwacke vorwiegend für Grabsteine eingesetzt, allein 40.000 Stück im Auftrag des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge.

Bergische Steinindustrie

Über Jahrhunderte hinweg bestimmten die zahlreichen kleinen Bauernsteinbrüche den Alltag in der Region. Die Menschen aus der Umgebung bauten damit ihre Keller, Haussockeln oder Wege. 

Die industrielle Revolution (1871) veränderte die traditionellen handwerklichen Strukturen. Der rasante Wachstum der Städte des Ruhrgebiets bedurfte enorme Mengen an Baumaterial. Von dieser großen Nachfrage profitierte die heimische Grauwale. Die ersten Eisenbahnlinien in die Orte des Bergischen Landes beschleunigten diese Entwicklung. Kleine bislang für den Eigenbedarf tätige Steinbrüche wandelten sich in gewerbliche Anlagen um. Außerdem entstanden neue Brüche und Verarbeitungsanlagen entlang der Bahnstrecke. Binnen kurzem etablierte sich die industrielle Nutzung der Grauwacke. Um 1875 begann man Pflastersteine in großen Dimensionen zu fertigen.

1913 produzierten weit über eintausend Beschäftigte in den mehr als einhundert Steinbrüchen ungefähr eine Million Tonnen Grauwacke. Ihr Abbau und ihre Verarbeitung sind mit einer Vielzahl von technischen Innovationen in dieser Region verbunden. Sie reichen vom frühen Einsatz mit Pressluft betriebener Gesteinsbohrmaschinen bis hin zur ersten elektrifizierten Eisenbahnstrecke.

Harter Stein, harte Arbeit und harter Markt – diese drei Aspekten kennzeichnen die Grauwale.

Heutzutage bestehen noch dreizehn Steinbruchbetriebe im Bergischen Land in denen Grauwacke abgebaut bzw. verarbeitet wird. Vielerorts finden sich ehemalige Steinbrüche, die nun ein wichtiger Lebensraum für viele Tierarten sind.

Vielseitiger Naturstein

Grauwacke ist härter als Granit

Grauwacke wird als Premiumprodukt in jeglichen Bereichen als haltbarer, vielseitiger und gut zu verarbeitender Baustoff genutzt. Er lässt sich als variantenreicher Naturwerkstein und Baustein ausgezeichnet im Außenbereich einsetzen da er als zeitlos, robust und frostsicher gilt.

In jüngster Zeit entwickelt sich die Grauwacke zudem als „Trendstein” und erlebt eine Aufwertung im künstlerischen sowie architektonischen Bereich und ist durch ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten auf dem Vormarsch in hochpreisige Designregionen.

Aber auch unter ökologischen Gesichtspunkten nimmt der Naturstein durch die umweltverträgliche Gewinnung, Verarbeitung und Wiederverwertung sowie durch seine Schadstofffreiheit eine herausragende Stellung ein. Dem entsprechend findet sich das Gestein als Werk- und Baustoff in zahlreichen Anwendungsbereichen wieder.