Historische Zeitreise

    Zeittunnel Wülfrath

    400 Mio. Jahre im Schnelldurchlauf. Die Entstehung der Erde mit allen Sinnen erleben. Erdgeschichtliches Museum in einem historischen Tunnel eines alten Kalksteinbruchs.

    Im ehemaligen Abbautunnel (Bochumer Bruch, 160 Meter lang) werden 400 Mio. Jahre Erdgeschichte mit allen Sinnen erlebbar. Eine Zeitreise im Schnelldurchlauf. 

    Eine erlebnisorientierte Ausstellung im Wechsel von dunklen Tunnelabschnitten und farbigen Zeitfenstern. Hier wird der gigantische Wandel der Erde, Meere und Kontinente erfahrbar. Ein Museum in der Natur.

    Zeittunnel

    Informationen

    Adresse. Zeittunnel Wülfrath,  Hammerstein 5, 42489 Wülfrath, Telefon 02058-894644

    Öffnungszeiten. April - Oktober, Dienstag - Sonntag 10-18.00 Uhr, öffentliche Führung, Exkursionen zu Fledermäusen und Uhus, Sonntag 12.00 Uhr, Im Zeittunnel ist es auch im Sommer kalt, Jacke empfohlen, Hunde sind nicht erlaubt. www.zeittunnel-wuelfrath.de

    Wissenswert. Ein Skulpturenpark mit Steinskulpturen regionaler Künstler befindet sich in der "Wildnis" neben dem Zeittunnel. 
     

    Highlight für Kinder

    Führungen

    Der Zeittunnel hat ein vielfältiges Zusatzprogramm. Mit Hammer und Meißel kann man auf dem Klopfplatz Halbedelsteinsplitter und Mineralien aus dem Kalkstein herausschlagen.

    Kleine Geologen forschen. Es werden regelmäßig geologisch interessante Entdeckungstouren für Kindern (ab 7 Jahre) angeboten.

    Wildnistraining. Für Einsteiger und Familien gedacht. Von Pfeil und Bogen herstellen, Bauen einer Notunterkunft, Nahrung aus der Natur, Orientierung bis zum Überleben in der Wildnis werden Grundlagen (ca. 3 Stunden) spielerisch vermittelt.

    Fledermauskasten selber bauen. Workshops für gemeinschaftliches Handwerken (Vater und Sohn) finden im September statt.

    Greifvogel-Programm. Wildnis-Training mit Uhu Uwe und Wüstenbussard Merlin, für die ganze Familie. www.wald-forscher-station.de

    Historisches

    Zeittunnel Wülfrath

    Größtes Kalksteinabbaugebiet Europas. Seit dem Mittelalter wurde hier Kalkstein gebrochen, gebrannt und als Düngemittel und Baustoff verwertet.

    Mit dem Boom der Stahlindustrie während der Industrialisierung wuchs auch die Nachfrage nach gebranntem Kalk - dem wichtigen Zuschlagstoff bei der Stahlerzeugung. In den kleinen, oft im landwirtschaftlichen Nebenerwerb betriebenen Steinbrüchen rund um Wülfrath setzte die Mechanisierung ein und große Steinbruchbetriebe entstanden. Viele Arbeiter wurden angestellt. Die meisten kamen aus Italien, blieben für die Saison in Ledigenheimen und zogen im Winter nach Italien zurück oder wurden in Wülfrath sesshaft. Die Arbeit war körperlich anstrengend. Mit der Eisenbahn wurden neue Transportwege geschaffen und Schmalspurlokomotiven transportierten die gebrochenen Steine aus den Steinbrüchen hinaus. Große Stahlproduzenten wie August Thyssen engagierten sich in Wülfrath. Er betrieb mit dem Steinbruch Schlupkothen den ersten vollmechanisierten Kalksteinbruch Europas.

    Der angrenzende Steinbruch, der sogenannte Bochumer Bruch, wurde 1890 von den Rheinischen Stahlwerken, Duisburg, gekauft und später vom Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrikation betrieben – daher die Namensgebung. 1958/59 waren die Kalksteinvorkommen in Schlupkothen und im Bochumer Bruch ausgebeutet. Der alte Tunnel, durch den der Kalksstein aus dem Bochumer Bruch mit Schmalspurlokomotiven abtransportiert wurde, ist heute der Zeittunnel Wülfrath.

    In den anderen Steinbrüchen, die von den Rheinischen Kalksteinwerken Wülfrath (heute Rheinkalk GmbH) erschlossen wurden, wird bis heute Kalkstein abgebaut.

    2002 wurden im Steinbruch Rohdenhaus Nord 9 Millionen Tonnen Kalkstein gebrochen, der neben dem Großabnehmer Stahlindustrie im Umweltschutz, die Zuckerfabrikation, die Bauindustrie und in der Land-. und Forstwirtschaft Verwendung findet. Im Vergleich dazu: im Bochumer Bruch wurden von 1890 bis zur Stillegung 1958 auf 16 ha Fläche rund 18 Millionen Tonnen Kalkstein abgebaut.

    Durch die natürliche Artenfolge (Sukzession) siedelten sich hier seltene Tiere und Pflanzen an, die in den abgeschlossenen Steinbrüchen ideale Lebensbedingungen fanden. Vor allem der Uhu hat in den letzten Jahren die Wülfrather und Wuppertaler Steinbrüche, aktive wie stillgelegte, zu seinem Revier erkoren.

    Im Rahmen der Euroga 2002plus, der zweiten Regionalen in Nordrhein-Westfalen wurden diese Steinbrüche erstmalig zusammen mit der Eröffnung des Zeittunnels einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Rad- und Wanderfreunde finden hier eine spektakuläre Landschaft.

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